25.02.2026 Mittwoch
Hallo liebe „Follower“,
nun sind die beiden Weltenbummler mal wieder unterwegs. Geplant war eine Reise mit Ziel Oberstdorf, Skilanglauf war angedacht.
Die Vorbereitung war gut, nur die Wetterlage hatte sich an den letzten Tagen rapide geändert, fast sommerlich warm war es geworden. Nach einer sonnenbegleitenden Fahrt, leider durch einen Unfall auf der Autobahn, der zu einer Vollsperrung führte, um mehr als 30 Minuten verlängert, landeten wir in Fulda, ein Ort, der mir aus vielen Dienstreisen vertraut, ja fast eine „zweite“ Heimat geworden war. Das Apart-Hotel unser Domizil für eine Nacht, gelegen am Gemüsemarkt, so der Straßenname.

Dumm nur, dass die Rezeption nicht besetzt war, also telefonieren, ich erhielt einen Code, mit dem ich aus einer Art Safe einen Zimmerschlüssel auslösen konnte.
Nicht ganz wie vor 10 Jahren, die Zimmer immer noch individuell eingerichtet, aber Schokolade und Whiskey gab’s nicht mehr gratis auf dem Zimmer.
Wir machten einen Stadtbummel, ich ließ Revue passieren, wo man früher getagt, gespeist und geshopt hatte. Die Parkuhr lief bezahlt bis 17.05 Uhr, bis dahin durchforsteten wir die Innenstadt, sortierten die Lokalitäten, um später das Abendessen auszuwählen. Verlängerten die Parkzeit bis zum „Bezahlende“ 18 Uhr, marschierten zur Wiesen-Mühle, dem Brauhaus an der Fulda, wo einige Frühstarter mit Biergläsern bereits draußen saßen. Wir folgten nach der Bestellung drinnen am Tresen dem Beispiel.


Danach ging’s zurück in die Innenstadt, die Lokalität „Alte Schule„, da wünschte Jola zu speisen.

Überwiegend junges weibliches Publikum in „schulischer“ Umgebung, nett eingerichtet und dekoriert. Die Getränkekarte im Lehrerjargon, Lehrerzimmer (Kaffeespezialitäten), Fünf-Minuten-Pause (Tee / Milchgetränke), Oberstufe (Limonade mit Stoff), Unterstufe (Limonaden), Vokabeltest (Bier) oder Hitzefrei (Sprudel, Kola etc.). Interessant die Fritten-Bowls, obendrauf Schafkäse und geraspelte Rote Beete (meins).
Heimwärts ging’s danach. Auf dem Schreibtisch mit Glasplatte ein Apple Computer, keine Tastatur dazu im Zimmer zu finden, damit quasi funktionsunfähig. Ich schrieb im Blog, geht auch ohne Reise im WoMo. Ärgerlich, ich hatte mein Ladegerät für das Notebook zu Hause vergessen.
Später nutzten wir den Riesenfernseher vom Bett aus, gerade der richtige Abstand zu den Figuren auf dem Bildschirm, sonst könnte man sich fast fürchten.
26.02.2026 Donnerstag
Den Frühstücksraum fand ich in gewohnt alter Manier vor. Service ähnlich aufmerksam. Wurst- und Käseplatten wurden allerdings nicht mehr persönlich an den Tisch gebracht, die Neuerung hierzu, ein Mini-Buffet. Darauf individuell zusammengestellte Tellerchen mit Käse oder Wurstsortiment, mit Frischhaltefolie abgedeckt.. Im Kühlbereich Schälchen mit Birchermüsli etc. An den Tisch gebracht wurden Spiegelei oder Rührei, je nach zuvor geäußertem Wunsch. Alles perfekt!
Bei der persönlichen Reservierung für die Rückreise an der offenen Rezeption erfuhr ich mehr von der Hotelübernahme von vor einem Jahr. Später dazu mehr. Nach Nebelauflösung scheint aktuell wieder die Sonne bei 14°, Schnee nirgends in Sicht.
Ca. 80 KM noch auf der A7 bis zu Ausfahrt 136 und Weiterfahrt auf der A980. Sporthotel Menning, nicht weit entfernt von der Nebelhornbahn und Sprungschanze. Im 3. Stock ein Nordzimmer mit Balkon, Blick auf die Berge, wohin auch sonst.

Wir marschierten nach Etablierung im Hotel zu Fuß am Kneippbecken entlang einer Restschneeansammlung zur Talstation der Nebelhornbahn. Hier herrschte reges Treiben der Abfahrtsskifahrer, geschultert die Bretter, staksten sie Richtung Unterkünfte oder erneut in die Seilbahnkabinen hinauf auf die Piste. Allerdings wäre um 16 Uhr „Ende Gelände“, sprich, die Seilbahn hat Feierabend.

In der Metzgerstraße gönnten wir uns im Café Gerlach eine Pause, die sonnigen Sitzplätze alle besetzt, wir mussten ein Schattendasein fristen, gut so, denn es war sehr warm und die Haut musste sich erst an die Sonnenstrahlen in dieser „Hochlage“ gewöhnen.

Wieder im Hotel, war mir nach einer Erfrischung, schnappte mir meine Badehose und fuhr mit dem Fahrstuhl ins Untergeschoss, wo sich Sauna, Schwimmbad und Ruheraum befanden. Das Becken bescheiden klein, reichte für knapp 10 Züge.



Später achteten im Wasser Oma und Opa auf erste Schwimmversuche eines Enkelkindes. Ich schaute mich nach einer Umkleidekabine um, dabei drehte ich mich wieder gen Ausgangstür, vergaß die zuvor bemerkte Glastür und stieß schmerzhaft mit dem Kopf gegen die Scheibe. Zum Glück zerbrach mein neues Brillengestell bei dem Aufprall nicht. Dafür trug ich eine Platzwunde davon. Zog mich im Ruheraum um, „blutüberströmt“ hüpfte ich ins Becken und schwamm ein paar Bahnen.
Es wuchs ein kleines Horn über der Augenbraue stellte ich unter der Dusche fest, aber was macht das einem Steinbock schon aus, nichts.
Am späten Nachmittag waren wir mit Freunden verabredet, Treffpunkt Weinklause in der Prinzenstraße, Angabe der Hausnummer fehlte. Wir trafen uns, mehr zufällig, kurz davor. Es gesellte sich etwas später eine Verwandte dazu.
Zum Dessert spielte ein Heimatmusikant auf.

27.02.2026 Freitag
Mit Spannung erwartet man am ersten Morgen im Hotel das Frühstück, ist der Platz genehm, hat man Tischnachbarn, wie schmeckt der Kaffee, bekommt man frisches Rührei usw.?
Von den zwei angebotenen Frühstückszeiten hatten wir uns für die erstere, ab 07.30 Uhr, entschieden. Die Sonne schien, ein Zweiertisch stand bereit, Rührei brachte man auf Bestellung, Spiegelei auch zweiseitig gebraten.
In der Tagespost des Hotels stand folgender Spruch des Tages: „Ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt davon ab, ob man ein Mensch oder eine Maus ist.“
Maximale Temperatur heute 18°.
Wir besuchten das Skizentrum, mussten durch ganz Oberstdorf, quasi ungewollt Sightseeing, bis wir am Zentrum der Langläufer ankamen. Jola eruierte die Möglichkeiten, kam mit einem Flyer und der Information zurück, morgen könnten wir auf die Piste, müssten uns vorher im Ort Ausrüstung ausleihen. Schaun wir mal….
Parkten vor unserem Hotel und marschierten dort walkend entlang, wo vor ein paar Tagen noch Loipen gespurt waren. Ein gute Stunde waren wir unterwegs, erst zog ich meinen Pullover aus, wenig später streifte ich meine Jacke ab, nur im Thermohemd, und trotzdem noch zu warm. Jola schien während der Tour nicht richtig warm geworden zu sein, denn sie behielt ihre Montur an.
Übers Wetter wollen wir ja nicht klagen, besser Sonne als…..


Kleiner Imbiss auf dem Zimmer, Reste vom Fahrproviant wurden verspeist. Nach kurzer Pause erneut Aufbruch… ich wartete vor dem Hotel auf Jola. Bild vom Hotel Menning….

Nachmittags Spaziergang ins Zentrum, wir suchten einen Skiverleih. Bei der Suche verschnauften wir kurz, kurz, weil es zu heiß war, unter den Lauben am Kurpark auf einer der Bänke in der prallen Sonne. Blick über den Kurpark auf die Berge…..

Statt des Verleihers fand ich zunächst auf einem Ständer im Außenbereich eines Geschäftes namens Galerie für Fotografie T-Shirts, biologische Baumwolle, mit Aufdruck von Kühen. Jola durfte aussuchen, ich schenkte es ihr; indem ich bezahlte. Im weiteren Verlauf kehrten wir in einem „Gemischtwarenladen“ namens Blattner’s Café ein, in einer Hälfte verkauften Mitarbeiterinnen Wurst und Käse, in der anderen gab es Kaffee und Kuchen, ich wählte neben Kaffee einen bosnischen Nusskuchen für uns beide. Den Skiverleih fanden wir nicht allzu weit ab von der Nebelhornbahn. 23 € Leihgebühr pro Tag, es würde reichen, wenn wir nach dem Frühstück zum Anpassen kämen.
Wie gestern, wir waren neuerlich mit unseren Freunden R. + F. für 17.30 Uhr verabredet, marschierten jetzt gemeinsam zum Restaurant Löwen Strauss in der Kirchstraße. Um diese Zeit noch kaum besetzte Tische, H. wartete schon an unserem reservierten Tisch. Riesige Kuhglocken und gebrauchte Skier bildeten an einigen Stellen auffällige Dekoration.

Eine Flasche Wasser stand für uns auf dem Tisch. Gesprächsstoff gab es genug, F. war bis nachmittags auf der Abfahrtpiste, R. shoppen und H. machte eine Wanderung, unsere Aktivitäten sind bekannt. Essen war schnell gewählt, und auch schnell vom Service gebracht. Portionen reichlich, leichtes Aufstöhnen deshalb. Gegen 19.15 Uhr machte uns die Mitarbeiterin dezent darauf aufmerksam, dass der Tisch demnächst für neue Gäste frei zu machen sei. Ups, wurde das F., der reserviert hatte, vorher angekündigt? Egal, nach einem Absacker zogen wir bei sternenklarem Himmel von dannen.
28.02.2026 Samstag
Unruhe auf den Stockwerken, Bettenwechsel, drei ständig lächelnde asiatische Frauen wuseln über die Flure, wiederholt grüßen sie mich auf ihre kontinentale Art. Jola wies auf einen Flyer „Thai-Massage“ hin, der im Zimmer neben anderen Informationen auslag. Da tauchte doch sofort die Frage auf, welche von den Dreien bei einer Buchung erst den Staubsauger beiseite stellt und gleich im Anschluss Hand an einen legt, quasi „alles aus einer Hand“.
Frühstückszeit ward wegen Langschläfertum etwas knapp bemessen, das Spiegelei ließ ich aus. In der Folge ging es mit dem Auto zum Skiverleih, wo Dateneingabe und danach Materialausgabe vorgenommen wurde. Ich benötigte Schuhgröße 48….
Ausrüstung in den Kofferraum verfrachtet, Oberstdorf wieder umrundet, Blick auf den WoMo-Stellplatz, wo die Fahrzeuge dicht an dicht standen. Am Skizentrum Parkticket gezogen, Schuhe gewechselt, und voller Erwartung ins Stadion gedackelt. Hier tobte das (Ski-)Leben, vom Windelalter bis zum Scheintod bewegte sich das Volk auf Brettern über teils recht hartes Schneeeis. Etliche Trainer/innen übten mit mehr oder weniger begabten Anfängern, in der Spur einbeinig ( mit einem Ski) das Gleichgewicht zu halten. Damit bin ich auch schon bei meinen eigenen Startvorbereitungen, sprich, die Beine mit den Schuhen in die Halterungen zu manövrieren, was mehrerer Versuche bedurfte. Vor diesen Versuchen ein Bild von einem unversehrten Newcomer…

Ich hielt mich abseits, um niemanden zu behindern oder um nicht versehentlich umgefahren zu werden. Jola war etwas fixer und schon in einer der Übungsspuren aktiv, optisch auffällig mit Umhängetasche und längerer Weste.

Bei mir klappte nix wirklich, kaum stand ich in der Spur, da wackelten die Gelenke und ich brauchte alle Konzentration, um nicht hinzufallen. Vom eleganten Schwung noch meilenweit entfernt schwitzte ich bereits unter meiner Mütze, ohne eine längere Strecke zurück gelegt zu haben. Nach einmal hin und her schieben in der Spur begnadete mein Geist meinen Körper und entließ ihn von den Brettern. Von da an blieb mir der ungefährliche Beobachterposten, schaute Neulingen zu, wie sie Fortschritte machten, filmte Jola bei einer Tour….
Nach gut 50 Minuten Hin und Her reichte es auch Jola. Sie verzichtete auf eine komplette Runde Rundkurs, zu glatt und zu viele Steigungen. Ein anfänglicher Versuch brachte ihr einen Sturz ein. Zum Abschluss die Abschieds Bilder aus der Arena…


Nachmittags den Ort unsicher gemacht, Jola war in Geberlaune, wünschte Einkäufe zu machen, bspw. ein weiteres T-Shirt mit Widerkäuer-Motiv zu erwerben. Wo war nur dieses Geschäft wiederzufinden? Oberstdorf kann mit seinen vielen Gassen leicht zum Irrgarten werden. Aber erst musste Hunger gestillt werden, mir war nach Pizza. Bei Alberto bot sogar günstigen Mittagstisch an, 9,90 € Pizza oder Pasta, perfekt und das mit einem sonnigen Außenplatz. Gestärkt und voller Optimismus setzten wir die Suche nach dem Laden Galerie für Fotografie fort. Den entdeckten wir lange Zeit nicht, dafür neue Shoppingmöglichkeiten in der Nähe des Bahnhofs. Überall Preisnachlässe, doch zugeschlagen wurde nicht, nicht eher, als das T-Shirt mit den „Kühen“ in der Einkaufstasche gelandet ist. Wo erschien uns der Laden? Quasi neben Bei Alberto, wo wir Stunden zuvor gesessen und gespeist hatten, nur durch ein Schaufenster eines Outdoor-Geschäftes etwas verdeckt. Nun war es vollbracht, das zweite Shirt gekauft.
Bei Café Fetz fanden wir ein gemütliches Pausendomizil, teils modern, teils ein bisschen plüschig eingerichtet, Lampenschirm aus Federboas gefertigt, nichts für Stauballergiker. Schneller Service, das eine Stück Kuchen reichte für uns beide.
01.03.2026 Sonntag
Jola schwächelte, gestern wohl zu viel Sport getrieben, deshalb verlängerte Ruhephase im Bett nach dem Frühstück, welches nun nicht mehr unter Zeitdruck eingenommen werden musste, Grund: etliche Gäste waren abgereist, neue kamen nicht nach. so hatte ich Zeit, ausgiebig die „Tagespost“ zu studieren und fand den Spruch des guten alten J. Hendrix erwähnenswert: „Erst wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden.“ Bemerkenswert…. Und aus der Chronik noch dieses: Deutschland bekam 1952 nicht nur Helgoland zurück, auch mich als neuen Erdenbürger gleich dazu.
Ich walkte alleine durchs Trettachtal an der Trettach auf asphaltiertem Wanderweg bis zum Gasthof Jägerstand, kehrte auf der anderen Bachseite (hier links) zurück.

Knappe Stunde war ich unterwegs.
Im Anschluss ins Schwimmbad und in die Sauna (alles ganz für mich allein). Belohnung später: Kaffee und Kuchen im Hotel.
Die Bettruhe Jolas dauerte danach an, insofern musste heute auf eine warme Mahlzeit verzichtet werden. Besorgte bei den Brotrebellen Brötchen, traf unterwegs F. und R., die von einer längeren Wanderung zurückkamen, erbat mir im Hotel ein paar Scheiben Wurst und Käse, wobei mir großzügig die Kühlschränke für eine Auswahl geöffnet wurden. Und schon war das Abendbrot gesichert und bald darauf zubereitet. Zwischenzeitlich funktionierte das W-LAN auf dem Zimmer einwandfrei, die vormittagliche Meldung beim Hausherren war somit erfolgreich gewesen, vermutlich lag es an einem ausgefallenen Repeater.
02.03.2026 Montag
Die diesige Wetterlage löste sich über Nacht in Wohlgefallen auf, nicht hingegen Jolas Erkältungssymptome. Hieß, die Sonne beschien die Berggipfel, während Jola einen enormen Verbrauch von Zellstofftaschentücher im kleinen Abfalleimer zurückließ, als wir zum Frühstück schritten. Wie gewohnt aufmerksamer Service, die bestellten Eierspeisen waren fast schneller am Platz, als Brötchen aufgeschnitten. Jola wünschte Bewegung und Frischluft sowie Nachschub an Zellstoff, sprich, wir wanderten ins Zentrum, Apotheke oder Drogerie suchend. Stattdessen kleidete sich der Mann vorzugsweise neu ein, warum?, hier boten die Geschäfte überall mit großer Auswahl Waren zum halben Preis oder mit noch mehr Rabatt an.
Taschentücher fanden danach gerade noch Platz im Einkaufsbeutel.
Sobald Jola wegen irgendwelcher Objekte in einem Laden verschwand, hielt ich meine Nase in die wärmende Sonne, schaute den vorbeiziehenden Menschen nach oder nahm Informationen über Oberstdorf auf, bspw. über den verheerenden Brand 1865, bei dem 146 Gebäude total durch das Feuer zerstört wurden. Ausgangspunkt war ein Brand im Haus in der Nähe des jetzigen Bahnhofs (Haus 208, so auf der Infotafel vermerkt), vor dem wartete ich gerade auf das Ende einer Hosenanprobe von Jola. Nach einer Teepause im Hotelzimmer führte ich Jola auf den Trettbachtaler Wanderweg, der schien für eine noch nicht ganz Genesende geeignet, sprich, nicht zu anstrengend. Ich wählte die umgekehrte Streckenführung, erst am Hang bis zum Gasthof Jägerstand und dann den asphaltierten Weg in den Ort zurück. Passte alles prima, am Gasthof kurz ein Fotoshooting, Bild für Schwiegermutter, die hier vor Jahrzehnten eingekehrt ist.

Kurz vor der Mühlenbrücke landete ein Paraglider auf der Wiese….

F. bat uns an seinem Geburtstag ins Hotel Mohren (ehemals Grandhotel). Am frühen Abend gab es ein Geburtstagsessen.
Gediegenes Ambiente, wir erwischten einen originellen Kellner, kompetent und aufmerksam zuvorkommend, der uns einen ausgezeichneten Rotwein vom Bodensee empfahl. Zum Anstoßen und zur Einstimung gab’s ein Gläschen Sekt, Jola überreichte die Papiertüte mit den verschiedenen Geschenken.
3x Kalbsleber bestellten wir, nur R. begnügte sich mit zwei Vorspeisen als Hauptgericht. Wir überschütteten die Servicekraft mit an die Küche weierzugebenden Komplimenten für Sauce und Geschmack…. Sehen so zufriedene Gäste aus?

Es kam noch besser, das Dessert und die Absacker für F. und mich, Grappa. Mit einer Riesenpipette abgesogen aus einem monströsen Glasbottich und am Tisch stilvoll in ein Grappaglas eingefüllt…

….und das Beste zum Schluss: Das Geburtstagskind bekam die Desserts und Absacker gratis, quasi ein nachträgliches Überraschungsei. Uns zog es danach noch ins Hotel Frank, den Abend dort ausklingen lassen und über alte Zeiten quatschen. Bspw. an was man sich bei einem Geschmack oder Geruch erinnert…. wie jetzt bei einem Carlos I, der gerne 1997 auf Lanzarote nach dem Abendessen an der Bar genossen wurde, serviert in vorgewärmten Gläsern von einem Barkeeper, der den gleichen Musikgeschmack hatte wie F. Netter Abend war’s.
03.03.2026 Dienstag
Ohne konkreten Plan begannen wir den Tag, aus gemeinsamen Aktivitäten mit unseren Freunden wurde nichts, auch F. schwächelte kurzzeitig. Stadtbummel kam für mich nicht infrage, Jola marschierte allein los, nahm mein frisch gekauftes Shirt zum Umtausch mit, eine Nummer kleiner wäre recht. Ich walkte über Loretto ortsauswärts hinauf zur Aussicht Hofmannsruh. Erstaunlich, wie wenig Kondition scheinbar in mir steckte, mühsam schlich ich die Serpentinen hinauf, dann schöne Aussicht auf die umliegende Bergwelt….


Nach dem Rundkurs auf gleichem Weg zum Hotel zurück. Jola aus dem Ort ebenfalls zurück, auf dem Zimmer wartend. Das Shirt konnte nicht getauscht werden, reduzierte Ware wäre ausgeschlossen.
Wir verzichteten auf die Fahrt hinauf zum Nebelhorn, zu teuer der Spass für „einmal gucken“. Denn groß Skifahren oder Wandern war in der aktuellen körperlichen Verfassung nicht drin. So wählten wir einen Ausflug mit dem Auto ins Kleinwalsertal. Riezlern, der Ort, den wir 1989 für einen Urlaub auf einem Bergbauernhof wählten, u.a. wegen der Pferde, die Phase der Pferdeliebe unserer Tochter war uns Verpflichtung genug. Riezlern lag gut 250m höher als Oberstdorf, deshalb wenig verwunderlich, dass hier noch mehr Schnee lag und entsprechend viele Menschen auf den Pisten herumwedelten oder mit gehalfterten Skiern durch die Ortschaft staksten.
Blick auf Ifen und Gottesacker…

Riezlern, offensichtlich der Nabel der österreichischen Enklave Kleinwalsertal, schien mutiert zum touristischen Hotspot der Region. Neubauten überall, neue Schule mit Kindergarten etc. Vor dem Gemeindeamt mein „Vetter“ der Steinbock…

Bisschen Sightseeing, Kurpark, schneebedeckt und nicht gut begehbar, das Foto musste fürs Dasein Beweis genug sein…

Wir speisten in einem fast verwaisten kleinen EKZ in einem Bistro, wo um uns herum die gerade aus der Schule entlassenen Schülerinnen „chillten“. Wir ließen die Kirche im Dorf, wie es so schön heisst, ….

… verabschiedeten uns von Riezlern, nicht ohne den Versuch, unseren Berggasthof zu finden, was aber scheiterte.
Setzte Jola in Oberstdorf ab, im Hotel widmete ich mich nach dem Verzehr einer Karottenkuchenschnitte dem Wellnessbereich, heute hier überraschend viel Betrieb, hieß weniger Platz in der Sauna für mich. Außerdem ein ganz harter Mitschwitzer, der mit dreifachem Aufguss aus der finnischen eine Dampfsauna machte. Abends in der Weinklause Treffen mit F. und R.
04.03.2026 Mittwoch
Letzter Tag in Oberstdorf. Uns wurde noch einmal reichlich Sonne eingeschenkt. Jola war soweit genesen, dass sie einer Wanderung zum Christlessee zustimmte. Nach dem Höhenprofil wären gut 80 m Höhenunterschied auf ca. 600m Streckenlänge zu überwinden, das erschien uns konditionell machbar.

Hinter der Loretto Kapelle ging’s dann erstmals hinauf, die Dienersberger Straße, gesäumt von wenigen Häusern am Hang. Erstes Gefühl von Schweiß auf der Haut trat auf. Man entledigte sich der Jacken, schob den Körper langsamer voran. Nach ein paar Kehren erreichten wir den eigentlichen Wanderweg, der vor ein paar Tagen sicher noch voller Schnee lag und für Skilangläufer gespurt war, davon nur die Begrenzungspfosten am Rand zu sehen. Wir sahen im Tale das Nordic Zentrum, wo noch Unentwegte Skifahren übten….

Jola griff gleich zum Handy ….

Nur ein paar Schritte weiter lag links der südlich gelegenste Golfplatz Deutschlands, noch weitgehend unter einer Schneedecke. Das Rauschen der Trettach in Hörweite, teilte sich der Weg in Fahrstraße und Rad- und Wanderweg…

Die Füße erlahmten langsam, da kam das nahende Ziel gerade recht, der nie zufrierende Christlessee.

Ich durfte kurz den verlängerten Arm für drei Mädels spielen, ihr Selfie wollte nicht klappen. Danach bot Jola sich als Motiv an…

Das Restaurant im Außenbereich fast vollständig besetzt, gut, dass Gesättigte das Feld räumten. Der Wirt, wir erfuhren, quasi vom Nachbartisch, ein hier „hängen geblieben“ Tscheche, leitete seit einem Jahr diese Gaststätte, die ausgesprochen gute Küche bot. Jola konnte nicht wiederstehen, bestellte sich einen Kaiserschmarrn. Blick von der Terrasse…

Die Pause war notwendig, das Essen empfehlenswert, der Aufbruch mühsam, weil die Beine gerne länger sitzen geblieben wären. Zum Abschied….

Rückwärts, hieß, Richtung Oberstdorf zu gehen. Der Weg entlang der Trettach, hier mäandernd und (noch) wenig Wasser führend,

… war eben und bot schöne und sonnige Ausblicke.

Am Ende waren wir nach gut 12 km gewanderter Strecke „fertig“. Abends trafen wir uns zum Abschiedstrunk bei uns im Hotel im Frühstücksraum, tranken beim Sabbeln unsere Weinreste aus.
05.03.2026 Donnerstag
Das meiste Gepäck war am Vorabend im Auto verstaut, insofern war nach dem Frühstück nicht mehr viel zu tun, Jola zahlte Kurtaxe und Kaffee und Kuchen, ich lobte beim Aufwiedersehen gegenüber der heute im Service aktiven Chefin, wie sehr es uns gefallen hatte, bedankte mich für den netten Service, was mit einem lächelnden Knicks dankend zur Kenntnis genommen wurde. 09.08 Uhr fuhren wir ab, mussten die von F. schon prophezeite Umleitung über Rubi fahren. Ein Unfall verursachte kurzzeitig eine Verzögerung, ebenso zwei überbreite Schwertransporter auf der A7, die bei meist 90 km/h fahrend nicht überholt werden konnten. In Fulda getankt, ein Hunderter ging dafür schnell über die Ladentheke. Zu früh angekommen, der Safe spuckte noch keinen Zimmerschlüssel aus. Im Café Storch neben der St. Blasius Kirche Kaffee und Kuchen im Außenbereich bei Sonnenschein verzehrt. Jola suchte den Bürstenladen, wenn der Orientierungssinn nur nicht so schlecht wäre…
Zimmerschlüssel, den spuckte der Safe auch nach 15 Uhr nicht aus, irgendwas stimmte wieder nicht mit dem Code. Telefoniert, Code bekommen, Zimmer aufgeschlossen, ups, ein Einzelzimmer, wie das? Neuerlich die „Hotline“ angerufen, da war wohl was durcheinander geraten, so die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Ich durfte einen neuen Code am Safe eingeben, nun Zimmer 2, und ja, das passte. Ein Blick aus dem Fenster…

….wir fühlten uns gleich gut aufgehoben! Und das Interieur wieder vom Feinsten.

Kann man bei dieser Dame am Bett ruhig schlafen? Morgen wissen wir mehr.

Bürsten wurden später auch noch gekauft. Über den Schlosspark zum Dom, wo wir uns (hier nur ich) mit „Fulda“ ablichteten…

… und anschließend in der Wiesenmühle uns ein Bier gönnten.
06.03.2026 Freitag
Nur um die Reise abzurunden, kurz: Heimfahrt begann um 09.08 Uhr. Geplant war ein Zwischenstopp in Friedland. Das Museum des Durchgangslagers für Flüchtlinge / Vertriebene wollte Jola gerne besuchen. Bei der eingegebenen Adresse landeten wir direkt beim Durchgangslager, das Museum befand sich an anderer Stelle. Die andere Stelle sah für uns zunächst wie das Bahnhofsgebäude aus, war aber das gesuchte Museum…

Sollte man es Glück nennen, heute war freier Eintritt. Wir bekamen einen Audioguide und ab ging es ins Innere. Die ersten Räume waren den Kriegsheimkehrern gewidmet, im 2. Stock dann Aussiedler und DDR-Flüchtlinge bzw. Flüchtlinge aus anderen Ostblockstaaten. Ein Beispiel für die Zeit nach dem Krieg, wo und wie Menschen in Deutschland nach vermissten Angehörigen suchten….


Nach dem Besuch des Museums gerieten wir auf der Autobahn dann in den lebhaften Wochenend- und Feierabendverkehr, Unfall und Baustellen führten mehrmals zu zähfließendem Verkehr, sodass wir ca. 45 Minuten später – wohlbehalten – in Lübeck ankamen.
